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Ukraine 2010
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Man muss dieses wunderbare, widersprüchliche Land einfach gesehen haben - und das, BEVOR es vom Tourismus wirklich entdeckt wird, meinen wir, 
Eva und Thomas...

... ( hier auf der Potjomkin-Treppe in Odessa )


Wie es dazu kam:

Wir versuchen, im Urlaub auf Pfaden zu wandern, die touristisch noch nicht so "ausgetreten" sind. Besonders interessiert uns da natürlich Osteuropa. Auch, weil die Medien so viel Widersprüchliches schreiben und senden und weil wir als "Ossis" in Osteuropa so ein bisschen die Wurzeln unserer Sozialisierung haben. Schon als Kind (und Jungpionier!) wurde uns salbungsvoll über den "großen Bruder" (UdSSR) berichtet - und gleichzeitig haben wir gesehen, unter welchen Bedingungen die einfachen Soldaten leben mussten (Eva ist in der Rote-Armee-Garnisons-Stadt Neustrelitz aufgewachsen). Und natürlich hat Eva als Kind und Jugendliche Brieffreundinnen in der Sowjetunion gehabt...

Soll heißen: Wir sind überhaupt keine Ostalgiker, die die alten Verhältnisse wieder haben wollen, bewahre! Aber wir hatten auch nie die weit verbreiteten Vorurteile gegenüber den "Russen".
Dann kam Ende 1989 für uns die Maueröffnung und eine völlig neue Zeit - und auch in der Sowjetunion und den anderen Ländern des Ostblocks fand ein großer Umbruch statt. Natürlich haben wir uns, wie wohl die meisten aus der ehemaligen DDR, erst einmal West- und Südeuropa angesehen.

Aber wir wollten auch wissen: Was passiert jetzt im Osten? Wie leben die Leute? Aus diesen Gründen waren wir in Tschechien, Ungarn, Polen und hatten 2008 eine große Tour durchs Baltikum gemacht.

Wir standen dann hoch oben in Estland traurig an der Brücke von Narva nach Iwangorod,...




... weil man ja als EU-Europäer ohne Visum nicht nach Russland darf bzw. sich dort auch mit Visum nicht so einfach frei bewegen kann, wie einem gerade der Sinn steht. Das haben wir unserem russischen Kollegen Sergej erzählt, der auf der Krim geboren wurde. "Dann fahrt doch in die Ukraine, dort gibts seit einigen Jahren keine Visumpflicht mehr".

So war, ganz ehrlich gesagt, die Ukraine erst einmal für uns eine Art "Ersatzrussland" - einfach, weil sie unkomplizierter zu erreichen ist.

Thomas war schon zwei mal in der Ukraine gewesen, jeweils im "Studentensommer". 1982 nach drei Wochen Arbeit in Leningrad auf einem Kurz-Trip in Kiew, 1983 sechs Wochen beim Bau der Erdgas-Trasse in Bogorodshani, südlich von Iwano-Frankowsk.  

(Für Leser westlich von Harz und Elbe: In den Semesterferien wurden die Studenten in der DDR für einige Wochen zum Arbeiten "verpflichtet", das konnte in einem Werk sein oder als Erntehelfer - meist kamen diese Jobs nicht unwillkommen, denn sie wurden ganz gut bezahlt. Mit etwas Glück konnte man auch ins Ausland, natürlich ausschließlich in den Ostblock.)

Aber das war lange her...  

Und so begannen wir, uns intensiv mit der Ukraine zu beschäftigen, die erst einmal ein fast "weißer Fleck" auf der Karte für uns war, bestückt mit Wissensfragmenten und knalligen Schlagzeilen:

+++ 9. Jahrhundert: "Kiewer Rus", die Wiege Russlands +++ 18. Jahrhundert: Katharina die Große veranlasst Besiedlung der Steppe nördlich des Schwarzen Meeres +++ nach der Oktoberrevolution ab 1917: Bürgerkrieg +++ 1922: Ukraine wird Republik der Sowjetunion +++ 2. Weltkrieg: Millionen Tote +++ Massenmorde der Deutschen an Juden, auch mit Hilfe ukrainischer Kollaborateure +++ Stalin verfolgt und deportiert Krimtartaren und Donkosaken +++  1991: Ukraine wird unabhängiger Staat +++ Konflikte zwischen Ukrainern und Russen, die hier seit Jahrhunderten miteinander leben +++ 90er Jahre: Witali und Wladimir Klitschko erobern die Profi-Boxringe +++ später geht Witali auch in die Politik, die Brüder unterstützen +++ 2004: die "Orangene Revolution", eine friedliche Protestbewegung gegen Wahlbetrug  +++ Gallionsfigur ist Julia Timoschenko, die Frau mit dem blonden Zopfkranz +++ der pro-europäische Wiktor Juschtschenko wird Präsident +++ 2004: Ruslana wird Siegerin beim Eurovision Song Contest +++ 2010: Wahlen, diesmal gewinnt der pro-russische Wiktor Janukowitsch +++ Prügeleien im Parlament +++ "Gaskrieg" mit Russland +++ hohe Inflationsrate +++ Durchschnittseinkommen: 200 Euro im Monat +++ Prostitution +++ Kriminalität +++ Korruption +++ 

Einige Freunde und Bekannte sagten "Ihr müsst total verrückt sein!", als wir von unseren Reiseplänen erzählten.

Aber vor allem unser Kollege Sergej und unser Freund Alexej (der zwar waschechter Berliner ist, aber seine  Wurzeln väterlicherseits in der Ukraine, Weißrussland und Russland hat und mit einer Ukrainerin verheiratet war) nahmen uns letzte Bedenken und gaben uns viele praktische Tips.           Danke, Ihr Zwei!

Die langfristige Reisevorbereitung bestand darin, dass Eva auf der Volkshochschule drei Monate lang einen Russisch-Auffrischungskurs machte. Zwar gab es da einmal acht Jahre russisch in der Schule und zwei Semester lang sogar ein Russisch-Studium, aber etwa 30 Jahre hatte sie kaum noch Kontakt zu dieser Sprache gehabt, die sie wegen ihrer Musikalität, ihrer weichen Phonetik und ihrer logischen Grammatik sehr mag.

Auch Thomas blickt auf insgesamt zehn Jahre Schul- und (im Nebenfach)Hochschulrussisch zurück. Dank dessen kann er fließend kyrillische Schrift lesen und sich in den grundlegendsten Dingen verständigen.

( Wichtiger Tip für alle Ukraine-Reise-Willigen: unbedingt etwas russisch lernen! Beschilderungen sind meist ausschließlich ukrainisch und/oder russisch, Fremdsprachenkenntnisse sind bei den Leuten, die man unterwegs trifft, äußerst rar! Der Lehrgang an der Volkshochschule - 12 x wöchentlich drei Unterrichtsstunden - hat keine 80 Euro gekostet, eine Investition, die sich unbedingt lohnt! )            

Die große Mehrzahl der Ukrainer spricht und versteht russisch, ein knappes Fünftel der Bevölkerung besteht ohnehin aus Russen, die überwiegend im Osten und auf der Krim leben. So war russisch, vor allem natürlich auch auf Grund unserer Vorkenntnisse, die erste Wahl. Dennoch haben wir zumindest einige wenige Vokabeln auf ukrainisch gelernt: Guten Tag, Auf Wiedersehen, Danke, Bitte usw.

(Das ist ein Gebot der Höflichkeit und des Respekts, deshalb für uns selbstverständlich und gilt übrigens für jedes Land, in das wir fahren und die dort gesprochene Sprache.) 

Außerdem braucht der Mensch für die Ukraine-Reise: Einen internationalen Führerschein, die grüne Versicherungskarte, eine internationale private Krankenversicherung (über den ADAC - 33 Euro) und natürlich gültige Reisepässe. Für lange Fahrten haben wir immer eine große Hörbuchbibliothek dabei. 

BEVOR sich jemand jedoch die Mühe macht, unseren langen Reisebericht zu lesen, folgende Hinweise:

Wir können keinerlei Ukraine-Klischee bedienen - natürlich wissen wir um die vielen Probleme des Landes, aber Auswirkungen auf unsere Reise hatten sie nicht. 

Wir waren als Urlauber in der Ukraine - nicht als politische Beobachter oder Journalisten. Und so findet man bei uns keine Analysen oder akademischen Bewertungen. 

Deshalb hier (zum ergänzenden Lesen und Anschauen):     



( Bei den Links empfehlen wir, das Internet noch einmal zu öffnen und den jeweiligen link hineinzukopieren, damit man hinterher problemlos wieder auf unsere Seite zurückkehren kann!

Eine gute "Grundeinweisung" zur Ukraine findet man - wen wunderts - bei wikipedia. Besonders interessant dürfte dort der Exkurs zu Ethnien und Sprachen sein - all das in einem Reisebericht unterzubringen, sprengt seine Grenzen...

http://de.wikipedia.org/wiki/Ukraine


Wer sich einfach zurücklehnen und gut acht Minuten lang genießen will, dem empfehlen wir dieses Musikvideo "Welcome to the Ukraine" 

http://www.youtube.com/watch?v=SqhWFk5wts4






"Ukraine - Zwischen den Karpaten und dem Schwarzen Meer" Trescher Verlag ( sehr zu empfehlen - unsre erste Wahl Für Leute, die beginnen, sich mit der Ukraine zu beschäftigen )

"Ukraine wie ich sie liebe - kommen Sie mit" Brigitte Schulze Verlag ( Sehr persönliche Sicht einer deutschen Journalistin, die schon lange in der Ukraine arbeitet und zeitweise lebt - viele Informationen und kleine Reportagen, unbedingt lesen!!!! ) 

"Kulturschock Ukraine" Verlag Reise-Knowhow ( Geschichte, Politik und Alltag des Landes - ebenfalls sehr informativ )

Und "Ukraine - der Westen" sowie "Ukraine die Krim mit Lemberg Kiew und Odessa" ebenfalls Verlag Reise-Knowhow.

Letztere beiden Bücher bieten sehr detaillierte Informationen, allerdings fanden wir viele Formulierungen sehr wertend bzw. abwertend. Zitat aus dem Krim-Buch über den Kurort Саки / Saki auf der Krim: "Da es nicht viel zu besichtigen gibt, mag dieser Ort die Ansprüche post-sowjetischer Kurgäste vielleicht noch einigermaßen zu befriedigen, auf westliche Gäste wirkt er jedoch wenig einladend, so dass man ... auf die Besichtigung von Saky verzichten kann." So was ist unmöglich, denken wir!